Hufform und Hufmechanismus

Hufmechanismus ist eine für Pferde unbestreitbar notwendige Einrichtung.
Damit der Hufmechanismus im physiologisch notwendigen Maße stattfinden kann, muss der Huf die korrekte Form und Dimension haben (hinzu kommt die korrekte Anordnung der Fußknochen und genügend Bewegung).

Hufform
Wie sieht eine natürliche, funktionstüchtige Hufform, die den Hufmechanismus zulässt, aus? Hierzu gibt es zahlreiche Untersuchungsergebnisse an Wildpferden, natürlich gehaltenen Barhufpferden und Messungen an Hufbeinen.
Die Basis für die Hufform ist das Hufbein. Aus jeder Sicht hat es eine kegelähnliche Form.
Die äußere Hornkapsel kann als "Anguss" an den Knochen betrachtet werden.
Die Hufkapsel hat damit die Form eines schräg geschnittenen Kegelstumpfes.
Die Unterseite des Hufbein befindet sich in einer bodenparallelen Lage.
Bei den unterschiedlichen Rassen ändert sich beim Hufbein hauptsächlich seine Breite, aber nicht im gleichen Maße seine Höhe.

Hufparameter
Nach den Forschungsergebnissen von Dr. Strasser lassen sich folgende Hufparameter kurz darstellen:
 | Vorderhufe haben eine vordere Wandkontur von 45 Grad
|  | Hinterhufe haben eine vordere Wandkontur von 55 Grad
|  | Einen Kronrandwinkel von der Seite gesehen von 30 Grad. Bei dieser Winkelung ist das Hufbein bodenparallel und eine optimale Gewichts- und Druckverteilung vom Fesselgelenk auf die Hornkapsel ist gewährleistet.
|  | Vorderhufe und Hinterhufe unterscheiden sich: Vorderhufe sind kreisförmig, die Hinterhufe haben mehr eine spitzovale, nicht symetrische Form
|  | Die Sohle ist gewölbt und erlaubt ein Absinken und Erweitern des Tagrandes. Nur an der Zehenspitze trägt ein Teil der Sohle mit (Mondsichel)
|  | Die Eckstreben berühren den Boden nicht.
|  | Der Strahl ist gut entwickelt und so breit, dass eine gedachte Verlängerung der seitlichen Strahlfurchen außerhalb der Ballen auftrifft. Er hat nur im letzten Drittel das gleiche Niveau wie der Tragrand.
|  | Die Trachtenhöhe sind gleich der Ballenhöhe.
|  | Der Tragrand ist nicht plan, sondern hat im Seitenbereich eine "Senke". Das Belastungsschema unterscheidet sich je nach Aufprallstärke. |
Dies gilt für alle Pferderassen, die ihre natürliche Bewegungsmenge haben, die wesentlich durch die Futtersuche und Entfernung zur Wasserquelle bestimmt wird.
Die Proportionen der Hufe unterschiedlicher Rassen differieren. Dabei sind die Relationen zwischen Hufhöhe und Kronranddurchmesser unterschiedlich, nicht jedoch die Winkel.
Bei Pferden auf abriebintensivem Boden (Gebirgshufe) scheinen die Hufe steiler und kürzer sein. Grund ist das Abraspeln der Zehenwand(nach oben abnehmend dünner) und der höhere Sitz des Hufbeins gegenüber Graslandtieren. 
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